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Autumn Rockers-Hoodie - oder: "Oh, ihr bösen Ösen!"



Gestern war ich im Nähfieber - wobei das Wort "Fieber" hier wörtlich zu nehmen ist, denn eine fiese Mandelentzündung hat sich im Hause Sannenschein breit gemacht. Der Mäusi ist - dem Himmel sei Dank! - bisher verschont geblieben. Nachdem ich vorgestern gefühlt kurz vor dem Exitus stand, ging es mir gestern aber schon vieeeeeel besser und so blieb am Abend noch Zeit und Energie, mich hinter die Maschine zu setzen. Genäht habe ich den Autumn Rockers-Hoodie von Mamahoch2. Ein genial wandlungsfähiger Schnitt, der auf einem Raglan-Basic aufbaut und mit jeeeeeeder Menge Variationen immer wieder anders genäht werden kann. Nun war der Hoodie mein erstes Teil aus diesem Superschnitt, aber ich weiß jetzt schon, dass noch einige weitere (in anderen Ausführungen) folgen werden.
Auf der Homepage von Mamahoch2 gibt es zwar ein Tutorial für Bauchtaschen, ich habe jedoch einen eigenen Weg gewählt: Die Taschenöffnungen habe ich frei Hand gezeichnet und dann, wie im Tutorial angegeben, auf das Vorderteil gezeichnet, um dann nur die Taschenrückwand (sagt man das so?) aus dem gestreiften French Terry zuzuschneiden. Diese habe ich anschließend rechts auf links an das Vorderteil angenäht (nachdem ich die Taschenöffnung am Vorderteil mit einem Bündchenstreifen versehen hatte) und dann noch mit dem Wabenstich meiner Nähmaschine abgesteppt. Die Armpatches habe ich wieder laut Anleitung angenäht, würde sie aber nun, wo der Hoodie fertig ist, im Radius etwas verkleiner, da ich sie ein wenig unproportional finde zum Rest des (in Größe 86 genähten) Hoodies. Bei der Kapuze angekommen habe ich auf den Einfassstreifen aus Bündchenstoff verzichtet und stattdessen die Kapuze ohne Bündchen genäht, aber dafür den Futterstoff einmal nach dem Nähen der Scheitel- sowie der Stirnnaht Richtung Außenstoff umgeschlagen und im Nahtschatten außenherum genäht. So entsteht die Optik eines Einfassstreifens (den ich aber wegen meiner bereits mehrmals erwähnten Hassliebe zur Streifenversäuberung lieber umgehen wollte ;-)).



(als Freebook oder aber man bestimmt selbst, wie viel man zahlen möchte) 

Stoffwahl: graumelierter Sweat, graues Bündchen sowie anthrazitfarbene Kordel aus dem heimischen Stoffladen, grau-weiß-gestreifter French Terry von glueckpunkt

Ösen und SnapPap von Snaply, Labelstempel von alles-fuer-selbermacher


Da der Sweat innen schön kuschelig und somit für den Frühling/Sommer zu warm ist, habe ich auf Vorrat genäht - Größe 86 dürfte dem Mäusi im Herbst passen. Bis dahin muss ich wohl hin und wieder zu seinem Kleiderschrank schleichen, um mich an dem Hoodie zu erfreuen :-).

Übrigens handelt es sich bei den Kordeln natürlich nur um Fakekordeln. Sie enden ca. vier cm hinter den Ösen (im Kapuzeninneren) und sind dort sowohl durch eine Naht als auch durch einen Knoten gesichert. 

Mein Label durfte natürlich auch diesmal nicht fehlen. Damit die Vorderseite nicht zu überladen wirkt, habe ich es jedoch kurzerhand auf die Rückseite verbannt und finde diesen Platz gar nicht so schlecht.



Passend zu meinem heutigen Blogbeitrag hat übrigens snaply.de auf Instagram die #snaplychallenge ausgerufen (Thema des heutigen Finaltages: Ösen - juhu!), sodass ich dort noch schnell in den Lostopf hüpfen kann. Den vier Tagessiegern winkt eine Goodiebag, was ich als gute Gelegenheit für den Osterhasen sehe, mir doch auch noch einmal eine Freude zu bereiten nach laaaaanger Zeit.
Ach ja, da fällt mir ja ein, dass ich in der Überschrift von bösen Ösen sprach... DAS war mal wieder ein Knaller, den ich mir da erlaubt habe (werde ich jemals etwas nähen können, ohne einen meiner berühmten Knaller zu landen? - links auf links genäht, Kapuze falsch herum angenäht... alles schon erlebt...): Vor der ersten Benutzung der Ösen beim Nähen meines eigenen Hoodies habe ich mir natürlich die wirklich gut erklärte (!) Anleitung im Snaply-Magazin angeschaut und bin bei Öse Nr. 1 Schritt für Schritt vorgegangen, damit auch wirklich nichts schiefgehen kann - und es hat super geklappt. Ab Öse Nr. 2 war ich dann etwas großspurig der Meinung, das auch alleine hinzubekommen, doch: #dödömm! Irgendwie wurden die Ösen Nr. 2 bis 6 immer vermurkst. Heute Nacht dann irgendwann die Erleuchtung beim erneuten Blick ins Snaply-Magazin: Nach dem Stanzen des Loches für die Öse muss man an der Variozange das Teil mit der AUSBUCHTUNG herausnehmen. Richtig, das mit der Ausbuchtung, nicht das mit der "Nase". Und siehe da: Ab Öse Nr. 7 funktionierte wieder alles einwandfrei. Na ja, nun habe ich also selbst zwei Hoodies (hier gezeigt) mit nicht ganz einwandfreien Ösen, Mäusi hingegen besitzt einen Hoodie mit korrekt angebrachten Ösen. Aber wenn man Mama ist, liegt der Fokus beim Betreten eines Raumes ja (gefühlt oder tatsächlich) eh immer auf den Kleinen, von daher vertraue ich jetzt mal darauf, dass das schon keinem mehr großartig auffallen wird (okay, euch vielleicht, aber im realen Leben doch hoffentlich niemandem ;-)).

Passieren euch eigentlich auch solche Knaller? Manchmal denkt man ja, die Nähwelt ist auf Superhochglanz poliert ;-).

Am Osterwochenende werde ich wohl nicht mehr zum Nähen kommen. Da nächste Woche noch Osterferien sind, geht es hoffentlich dann munter weiter. Ein weiterer Hoodie für den Mäusi steht schon in den Startlöchern. Drückt mir bitte die Daumen, dass der Snaply-Osterhase mir gnädig ist :-).


Es grüßt euch

die Sanne


PS: Verlinkt bei Kiddikram, SewMini, Made4Boys und bei Freutag.

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